Wie verändern digitale Technologien die Bilanzbuchhaltung?

  • Julia Helena Zydek

    Student thesis: Master's Thesis

    Abstract

    Die Arbeit liefert eine integrative Analyse des digitalen Wandels der Bilanzbuchhaltung in Österreich durch die Verschränkung von Rechtsrahmen (UGB/BAO/BiBuG), sozio technischer Prozessgestaltung und Technologien. Methodisch handelt es sich um eine systematische Literaturarbeit mit qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Neuheitskern. (i) Formulierung einer bedingt effizienten Automatisierungsthese: Effizienzgewinne treten nur dann ein, wenn Datenqualität an der Quelle, IT General Controls und versionierte Regelwerke nachweislich vorliegen; (ii) Präzisierung der DSGVO Reichweite: einschlägig ausschließlich bei personenbezogenen Daten natürlicher Personen, nicht bei rein unternehmensbezogenen Daten; (iii) saubere Trennung des österreichischen Berufsrechts (BiBuG) von internationalen Rollenprofilen; (iv) Ableitung einer Governance Checkliste (Quelle–Regeln– Audit Trail–Wiederanlauf) als Übergangslösung insbesondere für KMU; (v) Einordnung maschinenlesbarer Berichte als Enabler, nicht Selbstzweck. Automatisierung und Standardisierung wirken dort, wo Governance tragfähig ist (Continuous Accounting, dokumentierte Regeln, klare Rollen). Das Risikoprofil verlagert sich zu systemischen Verwundbarkeiten (Plattform /Schnittstellenabhängigkeiten, Fehlerfortpflanzung, Cyberrisiken). Rechtliche Leitplanken adressieren Ergebnisverantwortung: Nachvollziehbarkeit, Unverfälschtheit, Verfügbarkeit, Wiederherstellbarkeit. Großunternehmen sind digital reifer als KMU; digitale Kompetenzen sind ein Schlüsselfaktor. Implikationen ergeben sich für Praxis, Bildung und Regulierung. Über die Literaturbündelung hinaus leistet die Arbeit drei originäre Beiträge: Sie überführt Anforderungen aus UGB/BAO/AFRAC/BiBuG in handhabbare Designprinzipien für digitale Buchführungs- und Belegprozesse, entwickelt ein Kompetenzprofil „Bilanzbuchhaltung im Datenzeitalter“ und formuliert risikobasierte Übergangslösungen, mit denen KMU schrittweise migrieren können, ohne Nachvollziehbarkeit und Ordnungsmäßigkeit zu gefährden. Die rechtliche Auslegung bleibt strikt österreichisch; internationale (engl.) Quellen werden ausschließlich zur Analyse von Technologie- und Prozesseffekten herangezogen – eine klare Trennung, die Vermischungen vermeidet und die Ergebnisse unmittelbar nutzbar macht.
    Date of Award2025
    Original languageGerman (Austria)
    Awarding Institution
    • Johannes Kepler University Linz
    SupervisorJohann Höller (Supervisor)

    Studyprogram

    • Digital Business Management

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