Wer kann uns verstehen? Wie Familien Anschluss finden!

Research output: Book/ReportCommissioned report

Abstract

Im Bezirk Freistadt wurden von der Kinder- und Jugendhilfe im Jahr 2016 sogenannte „Familieninformationszentren“ an drei Standorten eröffnet. Diese Zentren stellen eine niederschwellige Schnittstelle mit präventiven Angeboten rund um Fragen und Herausforderungen im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen zur KJH des Bezirkes dar. Aus wirtschaftlicher Sicht konnten durch dieses präventive Zusatzangebot im Bezirk schon positive Auswirkungen beobachtet werden. Von Interesse ist allerdings auch, ob die Familieninformationszentren auch bei einer inhaltlichen Betrachtung den Erwartungen und Zielen einer zeitgemäßen Kinderschutzarbeit gerecht werden können. Um dieser übergeordneten Fragestellung nachgehen zu können, wird von der Kinder- und Jugendhilfe Oberösterreich eine Studie zu dieser Thematik angeregt.
Im Zuge der Studie soll nachfolgend von Interventionsforschung als Überbegriff für diesen Ansatz gesprochen werden. Damit wird ein Ansatz beschrieben, der sich den Akteur*innen und ihren Herausforderungen bzw. Fragestellungen zuwendet. Sowohl die Formulierung von forschungsleitenden Fragestellungen, als auch die methodische Umsetzung der Forschungsaktivitäten wurde in einem kommunikativen Austausch der Beteiligten erarbeitet und reflektiert. Diese partizipativ angelegte Vorgehensweise ermöglicht einerseits anwendungsbezogene Forschungsergebnisse und entwickelt andererseits während des Prozesses das Projekt laufend weiter. Damit erscheint Interventionsforschung mit ihrer konsequenten Praxisorientierung als idealer Ansatz zur Bearbeitung der möglichen Fragestellungen im Zuge der geplanten Studie (vgl. Ukowitz, 2016, S.9).
Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung eines integrativen Ansatzes zur Prävention zwischen Einladung und Steuerung. Es ist entscheidend, dass präventive Dienste flexibel, transparent und bedarfsorientiert gestaltet werden, um Familien effektiv zu unterstützen und den Zugang zu benötigten Ressourcen zu erleichtern.
Zusammenfassend zeigt die Studie die Bedeutung und Herausforderungen präventiver Maßnahmen im Kontext von Familieninformationszentren auf. Die Diskussion der Ergebnisse verdeutlicht, dass eine erfolgreiche präventive Arbeit eine ausgewogene Balance zwischen Einladung und Steuerung erfordert. Einerseits sollten präventive Angebote niederschwellig, transparent und bedarfsorientiert gestaltet sein, um eine breite Inanspruchnahme zu ermöglichen und den Zugang zu erleichtern. Andererseits sind eine klare Strukturierung und Lenkung der Maßnahmen notwendig, um ihre Wirksamkeit zu gewährleisten und Ressourcen effektiv zu einzusetzen. Die Erkenntnisse betonen auch die Bedeutung der Sichtbarkeit und Präsenz von präventiven Einrichtungen wie dem Familieninformationszentrum im öffentlichen Raum und im Internet. Verbesserte Kommunikation und Vernetzung zwischen den beteiligten Akteur*innen sowie eine flexible Gestaltung der Beratungsangebote, einschließlich digitaler Beratungsmöglichkeiten, werden als wichtige Schritte zur Verbesserung des Zugangs und der Wirksamkeit von präventiven Maßnahmen identifiziert.
Schlussendlich zeigen die Ergebnisse die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Anpassung und Weiterentwicklung präventiver Ansätze, um den sich wandelnden Bedürfnissen und Herausforderungen in der Unterstützung der Familien gerecht zu werden und eine effektive Prävention zu gewährleisten.
Original languageGerman (Austria)
Commissioning bodyBezirkshauptmannschaft Freistadt, Kinder- und Jugendhilfe
Number of pages21
Publication statusIn preparation - 2025

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