Students‘ well-being! Technologiegestütztes soziales und emotionales Lernen

Research output: Contribution to conferencePosterpeer-review

Abstract

Ziel des Beitrags:
Betrachtung der möglichen Auswirkungen von Technologien im Lehr-, Lernumfeld auf das psychologische Wohlbefinden der Studierenden.
Kritische Reflexion (ethischen, pädagogischen, rechtlichen Aspekte) über die Datenerhebung und -nutzung durch Technologien und deren Auswirkungen auf die Hochschullehre.
Beschreibung des geplanten Beitrags inklusive Verbindung von Theorie und Praxis:
Die Auseinandersetzung mit den im Science for Policy Report skizzierten Zukunftsstrategien der Lehre zeigt auf, dass neben den Aspekten der Motivation zunehmend der ganzheitliche Ansatz des „Student well-being“ in den Fokus rückt. Das individuelle psycho-soziale Wohlbefinden wird als kritischer Faktor im Sinne der Lern- und Entwicklungsfähigkeit der Studierenden betrachtet. „Young people’s physical, psychological and social well-being is crucial to their ability to learn and develop as citizens of a society.” (Vuorikari, R., Punie, Y., Cabrera, M. 2020)
Das School Well-being Model von Konu und Rimpelä (2002) bildet diesen ganzheitlichen Zugang, der neben Lehre und Lernen auch die laut Allardt (1989) definierten Aspekte des Wohlbefindens, having, loving und being, sowie die Gesundheit berücksichtigt, ab. Having umfasst dabei materielle Bedingungen und die Erfüllung von Grundbedürfnissen. Loving bildet das Bedürfnis nach sozialen Kontakten zur Formung der sozialen Identität ab. Being beschreibt das persönliche Wachstum, samt den Aspekten der Selbstbestimmung, Gestaltung der persönlichen Freizeit sowie sinnstiftendes Arbeiten (Allardt, 1989). Gesundheit, bei Allardt (1989) der Having Kategorie zugeordnet, wird dabei als zentrales Element des Well-being angesehen, welches die anderen Aspekte des Wohlbefindens wesentlich beeinflusst.
Zusätzlich zu den Kategorien Having, Loving, Being findet im School Well-being Model von Konu und Rimpelä (2002) die Kategorie Health eine eigene Berücksichtigung. Das Modell zeigt klar auf, dass Lehre und Bildung sowie Lernen in einem direkten Verhältnis mit dem Well-being stehen.
Die Literatur (Wolfe, 1985; Synmons et al., 1997) bestätigt auch, das Lernen und Gesundheit in einer starken Abhängigkeitsbeziehung stehen. Laut Konu und Rimpelä (2002) werden positive Lernerfahrungen, ausgelöst durch geeignete Lehr-, Unterstützungs- und Motivationsimpulse, als fördernd im Sinne der Selbstverwirklichung (Being) wahrgenommen. Der Respekt, seitens der Lehrenden, der Eltern oder auch durch die Kolleg*innen, wird dabei als wesentlicher Being-Faktor angeführt.
Das School Well-being Model wirft die Frage auf, mit welchen pädagogischen Modellen, didaktischen Zugängen und auch persönlichen Impulsen zum Wohlbefinden der Studierenden beigetragen werden kann, ohne die definierten Bildungsziele aus den Augen zu verlieren.
Im Zuge des aktuellen Erasmus+ Projet EDUdig wird die Brücke zwischen Technologieverfügbarkeit und dessen sorgsamer Nutzung, im Sinne des „Student well-being“, geschlagen. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung eines Kompetenzframeworks, das Lehrende in der Weiterentwicklung ihrer digitalen und didaktischen Kompetenzen unterstützt.

Student’s motivation
Motivation ist seit jeher ein wesentlicher Faktor für erfolgreiches Lernen. Motivierte Studierende sind eher bereit sich zu engagieren und Herausforderungen mit Kreativität zu meistern (vgl. Hartnett 2016). Im Kontext Distance Learning gewinnt der Faktor Motivation noch zusätzlich an Bedeutung, da das unabhängige und selbstorganisierte Lernen im Online-Format viel an Eigenmotivation erfordert.
Laut Motivationstheorie von Deci und Ryan (2022) nehmen die drei Faktoren Autonomie, Kompetenz (Fähigkeit) und Zugehörigkeit wesentlichen Einfluss auf die Motivation. Mit Blick auf die Lernszenarien der Zukunft gilt es daher auch in Betracht zu ziehen, wie diese motivationalen Aspekte durch neue Lerntechnologien gestützt werden können.

Können Lerntechnologien in diesem Kontext unterstützend, im Sinne der Datensammlung, oder sogar gestaltend, im Sinne der Interventionsplanung zur Verbesserung des Well-being eingesetzt werden?
In diesem Beitrag werfen wir einen reflektierten Blick in die Zukunft und zeigen innovative Möglichkeiten des ganzheitlichen Lehrens und Lernens auf. Ohne jedoch die ethischen und rechtlichen Aspekte, die mit zunehmender Digitalisierung und Automatisierung der Lehr- und Lernprozesse einhergehen, aus dem Blick zu verlieren.

Literatur
- Vuorikari, R., Punie, Y., Cabrera, M. (2020): Emerging technologies and the teaching profession: Ethical and pedagogical considerations based on near-future scenarios. Luxembourg: Publications Office of the European Union.
- Bovermann, Klaudia; Bastiaens, Theo J. (2020): Towards a motivational design? Connecting gamification user types and online learning activities. In: Research and Practice in Technology Enhanced Learning 15 (1), S. 1–18.
- Hartnett, Maggie (2016): The Importance of Motivation in Online Learning. In: Motivation in Online Education. Singapore: Springer Singapore, S. 5–32.
- Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2022): https://selfdeterminationtheory.org/theory/ (letzter Aufruf Jan. 2022)
- Kylvaja, Mikko; Kumpulainen, Pekka; Konu, Anne (2019): Application of data clustering for automated feedback generation about student well-being. In: Benoît Vanderose, Benoît Frénay, Julie Henry und Xavier Devroey (Hg.): Proceedings of the 1st ACM SIGSOFT International Workshop on Education through Advanced Software Engineering and Artificial Intelligence - EASEAI 2019. the 1st ACM SIGSOFT International Workshop. Tallinn, Estonia, 26.08.2019 - 26.08.2019. New York, New York, USA: ACM Press, S. 21-26.
- Konu, Anne; Rimpelä, Matti (2002): Well-being in schools: a conceptual model. In: Health Promotion International 17 (1), S. 79–87.
Original languageGerman (Austria)
Publication statusPublished - 21 Sept 2022
EventE-Learning Tag FH Joanneum 2022 - Online
Duration: 21 Sept 202221 Sept 2022

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Period21.09.202221.09.2022

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