Abstract
Im österreichischen Justizsystem werden Personen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung gegen geltendes Recht verstoßen haben, in forensisch-therapeutischen Zentren auf unbestimmte Zeit untergebracht. Frauen sind in diesen Täter:innengruppen statistisch in der Minderheit, was zu einer Konzentration auf männlich als normativen Rahmen führt. Vor diesem Hintergrund wird im vorliegenden Beitrag untersucht, mit welchen intersektionalen Lebensbedingungen Frauen im Maßnahmenvollzug konfrontiert sind und welche Agencystrategien sie entwickeln, um damit umzugehen. Grundlage der Analyse sind narrativ-biografische Interviews mit psychisch kranken Straftäterinnen, die mittels der Intersektionalen Mehrebenenanalyse ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere hegemoniale, heteronormative Vorstellungen von Gender und Körper normierend auf die Frauen wirken und sich zudem in den Strukturen des Maßnahmenvollzugs materialisieren. Dennoch entwickeln die Frauen Selbstermächtigungsstrategien, welche sich in zwei Formen, und zwar in Gestalt der Kämpfenden und der Angepassten, zeigen.
| Original language | German (Austria) |
|---|---|
| Pages (from-to) | 246 |
| Number of pages | 264 |
| Journal | Österreichisches Jahrbuch für Soziale Arbeit |
| Volume | 2026 |
| Issue number | Vol 8 |
| Publication status | Published - 28 Apr 2026 |
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