Tangible Process Management - Building a Community of Practice

Regina Maria Schaller (Speaker), Heidrun Allert (Speaker)

Activity: Talk or presentationOral presentation

Description

Seit einigen Jahren werden in der pädagogischen Psychologie verschiedene Lernbegriffe unterschieden (Sfard, 1998; Paavola et al., 2002) im Wesentlichen sind dies: - das Lernen als Wissensaneignung (learning as knowledge acquisition), wobei die Annahme ist, dass Wissen vom Lehrenden zum Lernenden transferiert wird - das Lernen als Wissensgenerierung (learning as knowledge creation), wobei angenommen wird, dass Lernen ein Prozess der Wissenskonstruktion ist, und - das situierte Lernen, das den Lernprozess als ein Hereinwachsen in eine Wissensgemeinschaft beschreibt. Im vorliegenden Beitrag beschreiben wir, wie das situierte Lernen mit einem Wiki unterstützt werden kann. Das schulische Lernen, aber auch viele Konzepte der Erwachsenbildung basieren heute zumeist auf dem Begriff vom Lehren und Lernen als Wissensvermittlung und -aneignung. Unter mehreren Lern- und Lehrtheorien kristallisiert sich die kognitive Lehrtheorie (Collins et al., 1989) als eines der bestimmenden Modelle heraus (Seel, 2003). Dabei werden inzwischen nicht nur Prozesse der Informationsverarbeitung betrachtet, sondern es werden zusätzliche motivationale, affektive und sozial-kulturelle Variablen integriert. Im Vordergrund steht dabei die Definition des Lernens als situierte Kognition. So werden zum Beispiel in einem Handwerksbetrieb Lehrlinge von einem Meister unterwiesen, mit dem sie kommunizieren und kooperieren. Sie erarbeiten sich bestimmte Fertigkeiten, die sie darauf folgend bei der Lösung von Problemen nutzen können. Diese Fertigkeiten erlernen sie direkt im relevanten Kontext. Der Lernende ist dabei aktiv – er beteiligt sich an der Diskussion und setzt selbst Handlungen (Brown et al., 1989). Dabei wird er immer wieder auf Probleme stoßen, die er mit seinen Fähigkeiten bereits selbst lösen kann und welche, bei deren Lösung er noch Hilfe anderer benötigt. Diese Kategorie von Problemen wird von Vygotsky (1978) als „zone of proximal development“ bezeichnet. In diese „Zone“ wird der Lernende von Experten eingeführt und er kann dort nur durch Interaktion und Kooperation etwas lernen. Ausgehend vom „Lehrlings“-Begriff haben Lave & Wenger (1991) den Begriff „Situated Learning“ definiert. Sie sehen Lernen als co-partizipativen Prozess an, der im sozialen Kontext eingebettet ist. Damit ist Lernen kein individueller Prozess, der im „Geist“ des Individuums passiert, sondern Lernen passiert in der Gemeinschaft, in die der Lehrling langsam hineinwächst – der Lernende wandert von peripherer zu voller Mitgliedschaft. Es werden der Anwendungskontext und die Auseinandersetzung mit komplexen schlecht strukturieren Problemen in den Vordergrund gestellt. Wenger (1998 und 2002) bezeichnet diese Gemeinschaften als Community of Practice, die demnach aus einem Kern von Experten und weiteren Community-Mitgliedern, die sich zuerst peripher an der Community beteiligen, besteht. Erst durch ihre Beteiligung wachsen sie nach und nach in die Gemeinschaft hinein und erlangen dadurch eine volle Mitgliedschaft. Das Community-Mitglied lernt durch die Kommunikation und Kooperation mit den Experten. Will man eine solche Community technologisch unterstützen, so bietet sich dabei die Verwendung eines Wikis (als eines der bekanntesten Wikis vergleiche Wikipedia http://www.wikipedia.org) an. Während klassische CBTs und WBTs (zur Definition vgl. Horton, 2000) vorwiegend der Vermittlung von Faktenwissen dienen und nur eingeschränkte Möglichkeiten zur sozialen Interaktion und aktiven Mitarbeit bieten – so hat ein Student in Moodle (Cole, 2005) nur schwer die Gelegenheit, Dateien hochzuladen -, ermöglichen Wikis eine aktive Mitgestaltung und Mitarbeit an den Inhalten[...]
Period18 Sep 2007
Event titleeLearning-Tag 2009 der FH Joanneum: null
Event typeConference
LocationGraz, Austria