Steuerliche Investitionsbegünstigungen bei Industrieunternehmen: Ökologischer Investitionsfreibetrag

  • Hanna Leitner

    Studienabschlussarbeit: Bachelorarbeit

    Abstract

    Die steuerliche Förderung ökologischer Investitionen gewinnt durch klimapolitische Zielsetzungen sowie gesetzlicher Reformen zunehmend an Bedeutung. Mit dem ökosozialen Steuerreformgesetz 2022 wurde der Investitionsfreibetrag wieder eingeführt sowie um den ökologischen Investitionsfreibetrag erweitert. Die Unsicherheiten hinsichtlich der Auslegung der Gesetzes- und Verordnungstexte sowie die Vielzahl an Voraussetzungen, welche für die steuerliche Begünstigung insbesondere beim ökologischen Investitionsfreibetrag erfüllt sein müssen sind jedoch problematisch. Gerade für Industrieunternehmen mit hohem Investitionsvolumen ist die Einordnung ökologischer Wirtschaftsgüter relevant, da dies mit erheblichen steuerlichen Konsequenzen verbunden ist. Gegenstand der Analyse sind die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Inanspruchnahme des Investitionsfreibetrags. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, unter welchen Voraussetzungen ökologische Investitionen steuerlich begünstigt werden können und welche konkreten steuerlichen Vorteile sich daraus ergeben. Die Analyse stützt sich dabei auf die juristische Methodenlehre, die normative Steuerlehre sowie die Steuerwirkungslehre. Neben der Auswertung gesetzlicher Grundlagen sowie relevanter Verordnungen wird ein praxisnahes Fallbeispiel herangezogen, um Investitionen in konventionelle und ökologische Wirtschaftsgüter miteinander zu vergleichen. Die Berechnungen des Fallbeispiels zeigen, dass der ökologische Investitionsfreibetrag unter Einhaltung der gesetzlichen Voraussetzungen einen erheblichen steuerlichen Anreiz bietet. In Gewinnjahren lassen sich durch gezielte Investitionen in begünstigte Wirtschaftsgüter unmittelbare Steuerersparnisse erzielen. In Verlustjahren erhöht der Investitionsfreibetrag den steuerlichen Verlustvortrag, was zu einer künftigen Steuerentlastung führt. Auch eine potenzielle Nachversteuerung im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens oder einer Verbringung ins Ausland muss berücksichtigt werden. Ferner wird deutlich, dass Unternehmen aufgrund einer fehlenden Förderzusage häufig auf externe Plausibilisierung angewiesen sind, um die ökologische Zuordnung eines Wirtschaftsguts nachweisen zu können. Im theoretischen Abschnitt werden die gesetzlichen Regelungen systematisch dargestellt und bei Bedarf durch Auslegungsmethoden erläutert. Empirisch soll anhand eines Fallbeispiels demonstriert werden, wie sich der Investitionsfreibetrag auf die Steuerlast von Industrieunternehmen auswirkt. Dabei wird ein Vergleich ökologischer und konventioneller Investitionsalternativen vorgenommen, um die Wirksamkeit des steuerlichen Instruments praxisnah zu veranschaulichen. Insgesamt ermöglicht die Verbindung von Theorie und Empirie eine fundierte Beurteilung der steuerlichen Auswirkungen des Investitionsfreibetrags.
    Datum der Bewilligung2025
    OriginalspracheDeutsch (Österreich)
    Betreuer/-inMarina Luketina (Betreuer*in)

    Studiengang

    • Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement

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