Unternehmen in der modernen Fertigungsindustrie sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, eine große Variantenvielfalt zu bieten und dabei hohe Qualitätsanforderungen sicherzustellen. Um trotz dieser Ansprüche die Kundenzufriedenheit sicherzustellen, müssen die Unternehmen kontinuierlich Verbesserungen anstreben. Eine effektive Managementmethode hierfür ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP), der als Ziel hat, betriebliche Prozesse zu analysieren und kontinuierlich zu optimieren. Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie man KVP in der Produktion gezielt zur Fehlerprävention einsetzen kann. Dabei wird betrachtet, wie dadurch der Nacharbeitsaufwand und die Qualitätskosten reduziert werden können. In diesem Zusammenhang werden die Stärken und Schwächen des KVP hervorgehoben. Durch die Zusammenführung und Analyse von Literaturquellen ist ein Vergleich der theoretischen Erkenntnisse und den Erkenntnissen aus der Praxis anhand des Use-Cases von der Rosenbauer International AG im Werk 2 Leonding möglich. Dabei ist der Anlass dieser Arbeit das gehäufte Fehleraufkommen aus dem Jahr 2023 im Produktionsprozess, welches reduziert werden soll. Dies soll durch geeignete, kosteneffiziente und nachhaltig umsetzbare Maßnahmen im Sinne von KVP erreicht werden. Dabei ist zur Verbesserung der Qualität in Unternehmen ein Qualitätsmanagement erforderlich, wie es bei Rosenbauer nach DIN EN ISO 9001 umgesetzt wird. Die Implementierung von KVP optimiert Betriebsabläufe und Arbeitsweisen durch kontinuierliches Monitoring der Produktion und die Anwendung der PDCA-Logik. Dabei konnte KVP bei der Rosenbauer International AG, ähnlich wie in der Literatur beschrieben, erfolgreich umgesetzt werden. In monatlichen Meetings in Form eines Qualitätszirkels werden Qualitätsprobleme identifiziert und Lösungen erarbeitet, die auf ihre Wirksamkeit geprüft und als neue Standards implementiert werden. Die bei der Anwendung aufgetretenen Stärken des KVP liegen in der Reduktion von Reklamationen innerhalb der Produktion sowie den damit verbundenen Qualitätskosten, der Förderung von Teamarbeit und Qualitätsbewusstsein sowie den geringen Kapitalinvestitionen. Schwächen zeigen sich in den hohen Anforderungen an zeitliche und personelle Ressourcen, der Notwendigkeit einer Beteiligung auf allen Unternehmensebenen und der Gefahr einer Überstandardisierung. Um Herausforderungen wie Widerstände gegen Veränderungen und Kommunikationsprobleme zu bewältigen, sind eine Kultur der Offenheit und die aktive Einbindung der Mitarbeitenden unerlässlich. Damit die PDCA-Logik nachhaltig integriert werden kann, müssen die KVP-Prozesse retrospektiv betrachtet werden können, wofür das Management notwendige Ressourcen bereitstellen und klare Verantwortlichkeiten zuweisen muss. Dadurch können die Ziele des KVP mit den strategischen Unternehmenszielen in Einklang gebracht werden. Eine positive Fehlerkultur, in der Fehler als Chancen gesehen werden, stärkt zudem die Zusammenarbeit und reduziert die Qualitätskosten, was sich bei der Rosenbauer International AG in einer Verringerung des Nacharbeitsaufwandes zeigt. Die Anwendung von KVP bei Rosenbauer erwies sich als äußerst erfolgreich, da für alle identifizierten Probleme Lösungen implementiert werden konnten. Dies wird erheblich zur Reduktion des Nacharbeitsaufwandes und zur Senkung der Qualitätskosten beitragen.
| Datum der Bewilligung | 2024 |
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| Originalsprache | Deutsch (Österreich) |
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| Betreuer/-in | Manuel Brunner (Betreuer*in) |
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- Smart Production und Management
Stärken und Schwächen von KVP zur Fehlerprävention in der Produktion
Zauner, C. (Autor). 2024
Studienabschlussarbeit: Bachelorarbeit