Nachhaltigkeits-Reifegrad bei oberösterreichischen Gemeinden

  • Zejnie Galesic

    Studienabschlussarbeit: Masterarbeit

    Abstract

    Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Nachhaltigkeitsreifegrad oberösterreichischer Gemeinden und beleuchtet, wie oberösterreichische Gemeinden ihre eigenen Maßnahmen im Bereich Klima-Neutralität sowie Nachhaltigkeit umsetzen und diese bewerten. Die Gemeinden stellen eine zentrale Handlungsebene für die Umsetzung globaler Klima- und Nachhaltigkeitsziele dar. Internationale Regelungen wie die Agenda 2030, das Pariser Klimaschutzabkommen oder der europäische Green Deal verlangen nach konkreten lokalen Maßnahmen auf Gemeindeebende, welche sich großen Herausforderungen stellen müssen. Für den Aufbau der Arbeit wurde ein Methoden-Mix angewendet: Einerseits wurde eine umfassende Literaturrecherche zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, Strategiemodellen der öffentlichen Verwaltung und Change-Mangement Prozessen durchgeführt. Andererseits erfolgte eine Online-Befragung oberösterreichischer Gemeinden, bei der Bürgermeister*innen, Amtsleiter*innen und Umweltbeauftragte Auskunft über den IST-Stand, die SOLLAusgestaltung sowie die Herauforderungen im Bereich Klimaneutralität sowie Nachhaltigkeit gaben. Die Ergebnisse zeigen ein sehr differenziertes Bild: Während einige Gemeinden bereits Nachhaltigkeitsstrategien verfolgen, fehlen in vielen Fällen personelle und finanzielle Ressourcen oder interne Steuerungsmechanismen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die aktive Einbindung von Akteur*innen, die digitale Transformation sowie die interkommunale Zusammenarbeit bislang noch optimierungsbedarf haben. Große Herausforderungen bestehen laut Befragung in den Bereichen der (finanziellen) Ressourcen sowie im Klimawandel selbst. Positive Beispiele – etwa Altenberg bei Linz oder die Stadt Klagenfurt – verdeutlichen jedoch, dass durch gezielte Strategiearbeit, politische Führung und ChangeManagement messbare Fortschritte erzielt werden können. In der Diskussion wird deutlich, dass Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene einen bereichsübergreifenden, strategischen Zugang erfordert, der von politischem Willen und Führungskompetenz, organisationalem Wandel und eine Zusammenarbeit von verschiendensten Akteur*innen geprägt ist. Die aus der Theorie und Online-Befragung abgeleiteten Handlungsempfehlungen wie beispielsweise die Einführung eines Nachhaltigkeitscontrollings oder die Umsetzung schneller, sichtbarer Maßnahmen (Quick Wins) sollen Gemeinden praxisnah dabei unterstützen, Veränderungsprozesse aktiv zu gestalten. Zentral bleibt dabei die Erkenntnis, dass nachhaltige Entwicklung nur gelingt, wenn sie strategisch gesteuert, breit getragen und langfristig verankert wird.
    Datum der Bewilligung2025
    OriginalspracheDeutsch (Österreich)
    Betreuer/-inJohannes Kriegel (Betreuer*in)

    Studiengang

    • Gesundheits-, Sozial- und Public Management

    Zitieren

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