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Nachhaltigkeit in der humanitären Supply Chain - Experteneinschätzungen und Praxisbeispiele

  • Tanya Melanie Leeuw

    Studienabschlussarbeit: Masterarbeit

    Abstract

    Das zunehmende Auftreten bewaffneter Konflikte, klimabedingter Katastrophen und politischer Unruhen, macht es erforderlich die humanitäre Hilfe immer effizienter zu gestalten, um möglichst vielen Betroffenen Hilfe leisten zu können. Allerdings kann die humanitäre Supply-Chain auch negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben, sodass Hilfsorganisationen im schlimmsten Fall gegen ihre eigenen Ziele arbeiten. Humanitäre Organisationen haben bereits erkannt, dass die Integration von nachhaltigen Strategien und Prozessen in ihre Supply-Chain essenziell ist, um negative ökologische und soziale Auswirkungen zu minimieren. Problematisch ist jedoch, dass es bisher keine einheitlichen Ansätze und Definitionen für Nachhaltigkeit in der humanitären Supply-Chain gibt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie humanitäre Organisationen ihre Supply-Chains nachhaltiger gestalten können und welche unternehmerischen Ansätze sich hierfür eignen. Die Masterarbeit ist in mehrere inhaltliche Blöcke gegliedert, die systematisch aufeinander aufbauen. Zunächst werden die Begriffe humanitäre Supply-Chain und Nachhaltigkeit definiert und konzeptualisiert. Es folgt eine Analyse bewährter unternehmerischer Nachhaltigkeitsansätze, darunter Green Supply-Chain Management, die Berechnung der ScopeEmissionen und des Social Return on Investment. Diese Ansätze werden einer SWOTAnalyse unterzogen, um ihre Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohungen zu identifizieren. Die Theorie wird durch qualitative Interviews mit Expert:innen im Bereich der humanitären Supply-Chain und Nachhaltigkeit ergänzt. Diese Methodik ermöglicht es, praxisnahe Erkenntnisse zu gewinnen und die theoretischen Überlegungen zu untermauern. Schließlich werden Handlungsempfehlungen formuliert, die als Leitfaden für die Implementierung nachhaltiger Praktiken in humanitären Supply-Chains dienen. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass nachhaltige Praktiken, die erfolgreich in der freien Wirtschaft angewendet werden, auch für humanitäre Organisationen relevant sein können, jedoch an die spezifischen Herausforderungen und Rahmenbedingungen dieser Organisationen angepasst werden müssen. Die Interviews ergeben, dass es ein wachsendes Bewusstsein für die Notwendigkeit von Nachhaltigkeit gibt, es jedoch auch Barrieren wie fehlende Ressourcen und organisatorische Hindernisse gibt. Das entwickelte Handbuch bietet konkrete Empfehlungen, wie humanitäre Organisationen ihre Supply-Chains nachhaltiger gestalten können, darunter die Förderung der lokalen Beschaffung, die Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Wissenschaft und die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus der Hilfsgüter und Projekte.
    Datum der Bewilligung2024
    OriginalspracheDeutsch (Österreich)
    Gradverleihende Hochschule
    • FH OÖ
    Betreuer/-inEvelyn Kornmüller (Betreuer*in)

    Studiengang

    • Supply Chain Management

    Zitieren

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