Interkulturelle Vergleichsstudie zur Wahrnehmung von UI/UX-Design: Eine Analyse der Unterschiede zwischen der arabischen und deutschsprachigen Kultur

  • Lena Susanna Urban

    Studienabschlussarbeit: Masterarbeit

    Abstract

    Die Nutzung des Internets nimmt weltweit stetig zu. Während internationale Unternehmen zunehmend auf Webseiten als Kommunikationsmittel setzen, zeigt sich, dass rein sprachliche Anpassungen nicht ausreichen, um kulturell stark unterschiedlichen Nutzungserwartungen zu erfüllen. Oftmals beeinflussen tief verankerte kulturelle Werte die Wahrnehmung, Gestaltungspräferenzen und Nutzung digitaler Oberflächen. Diese Arbeit untersucht, wie sich kulturelle Unterschiede – speziell zwischen dem arabischen und dem deutschsprachigen Raum – auf das UI/UXDesign auswirken. Des Weiteren bieten die Ergebnisse ein tieferes Verständnis dafür, wie internationale Entwickler*innen kultursensibel und effektiv lokalisierte digitale Benutzeroberflächen speziell für diese Kulturräume gestalten können. Die Methodik stützt sich auf ein eigens entwickeltes eklektisches Modell, das ausgewählte Dimensionen nach Hofstede, Hall, Trompenaars, Lewis sowie Gestaltungsprinzipien nach Nielsen kombiniert. Fundierte Ergebnisse ergeben sich aus einer subjektiven Analyse sowie einer qualitativen Wahrnehmungsstudie mit Probanden aus beiden Kulturkreisen. Untersucht wurden dabei die offiziellen Regierungswebseiten Saudi-Arabiens und Österreichs. Ziel war es, kulturell geprägte Designpräferenzen und Nutzungserwartungen sichtbar zu machen, die für die Gestaltung lokalisierter UI/UX-Oberflächen zentral sind. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede: Die saudi-arabische Webseite vermittelt Vertrauen und kulturelle Identität durch starke Symbolik, eine traditionelle Bildsprache und eine klar strukturierte Inhaltsaufbereitung, während die österreichische Seite auf Funktionalität, Struktur und Informationsvermittlung fokussiert. Daraus ist abzuleiten, dass Design nie kulturneutral ist. Unternehmenswebseiten werden dazu angehalten visuelle, strukturelle und sprachliche Elemente gezielt an die jeweilige Kultur anzupassen. Ein „one-size-fits-all“-Ansatz scheitert an den komplexen Erwartungen internationaler Nutzergruppen. Stattdessen braucht es kultursensible UI/UX-Konzepte, die Vertrauen und Zugehörigkeit in unterschiedlichen kulturellen Kontexten fördern.
    Datum der Bewilligung2025
    OriginalspracheDeutsch (Österreich)
    Betreuer/-inMartina Gaisch (Betreuer*in)

    Studiengang

    • Kommunikation, Wissen, Medien

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