Geriatrische Versorgung im Wandel
: Verbesserungspotenziale und konzeptionelle Perspektiven am Beispiel Oberösterreichs

  • Hannah Dambachmayr

    Studienabschlussarbeit: Masterarbeit

    Abstract

    Der demografische Wandelt stellt das österreichische Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen. Die zunehmende Alterung der Bevölkerung und die wachsende Zahl älterer Menschen gehen mit komplexen, oft chronischen und interdisziplinär zu behandelnden Erkrankungen einher. In Kombination mit Ressourcenknappheit, akutem Fachkräftemangel und strukturellen Versorgungsungleichgewichten stößt das bestehende Versorgungssystem insbesondere im geriatrischen Bereich zunehmend an seine Grenzen. Vor diesem Hintergrund widmet sich die vorliegende Masterarbeit einer systematischen Analyse der geriatrischen Versorgung mit Fokus auf den Raum Oberösterreich. Ziel ist es, zentrale Verbesserungspotenziale zu identifizieren und auf deren Basis ein integriertes und bedarfsgerechtes Versorgungskonzept zu entwickeln. Methodisch stützt sich diese Arbeit auf eine umfassende Literaturrecherche und leitfadengestützte Expert:inneninterviews. Zur strukturierten Ergebnisaufbereitung wurden verschiedene Verfahren eingesetzt, darunter eine Ursache-Wirkungs-Analyse, eine Patient Journey Map sowie die Identifikation strategischer Stellhebel hinsichtlich Optimierung aktueller Versorgungsstrukturen. Die Ergebnisse zeigen ein vielschichtiges Verbesserungspotenzial der geriatrischen Versorgung in Oberösterreich, unter anderem in den Bereichen sektorenübergreifender Koordination, professionsübergreifender Kommunikation, Transparenz, Zugang zu geriatrischen Angeboten, Qualifizierung und Professionalisierung, struktureller Unterstützung informell Pflegender sowie im bislang zögerlichen Einsatz digitaler Technologien. Darüber hinaus werden auch große Defizite auf strukturpolitischer Ebene sichtbar, etwa in Bezug auf fehlende verbindliche Steuerungsmechanismen, unklare Zuständigkeiten und unzureichend abgestimmte Rahmenbedingungen. Das entwickelte Konzept knüpft an diese Potenziale an und zielt auf eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung bestehender Strukturen ab. Es ist auf eine ganzheitliche, patient:innenzentrierte Versorgung ausgerichtet, die sowohl aktuellen Herausforderungen, bestehenden Anforderungen als auch prognostizierten Entwicklungen gerecht wird. Im Mittelpunkt stehen Versorgungsqualität, -sicherheit und -kontinuität. Das Konzept fördert nachhaltige Strukturen, berücksichtigt alle Dimensionen des Gesundheitsbegriffs und betont die Notwendigkeit verbindlicher Kommunikations- und Steuerungsprozesse. Ergänzend enthält das Konzept neben zielgerichteten Instrumenten und ausgewählten Indikatoren konkrete Lösungsansätze zur Optimierung der geriatrischen Versorgung in Oberösterreich. Da sich die Ergebnisse auf diese Region beziehen und methodisch begrenzt sind, ist ihre Übertragbarkeit auf andere Kontexte limitiert. Sie liefern dennoch zentrale Erkenntnisse und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung geriatrischer Versorgungsstrukturen.
    Datum der Bewilligung2025
    OriginalspracheDeutsch (Österreich)
    Betreuer/-inJohannes Kriegel (Betreuer*in)

    Studiengang

    • Gesundheits-, Sozial- und Public Management

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