Die Wahl der passenden Rechtsform ist eine der ersten und essenziellsten Entscheidungen bei der Gründung eines Unternehmens. Sie hat unmittelbare Auswirkungen auf steuerliche Belastungen, sozialversicherungsrechtliche Pflichten sowie die rechtliche und organisatorische Struktur des Unternehmens. Trotz der Vielzahl an Informationen fehlt es vielen Gründer:innen an einem praxisorientierten Überblick über die konkreten Konsequenzen dieser ersten Entscheidung. Besonders zwischen Einzelunternehmen und GmbH bestehen erhebliche Unterschiede, die sich auf Liquidität, Rentabilität und Organisation des Unternehmens auswirken. Die Arbeit behandelt die in Österreich üblichen Rechtsformen für Klein- und Mittelunternehmen, insbesondere das Einzelunternehmen, Personengesellschaften und die GmbH, aus steuerrechtlicher und sozialversicherungsrechtlicher Perspektive. Aufbauend auf theoretischen Grundlagen werden die relevanten gesetzlichen Rahmenbedingungen systematisch analysiert. Die Methodik basiert auf der betriebswirtschaftlichen Steuerwirkungslehre und der Gegenüberstellung konkreter Steuerund Sozialversicherungswirkungen. Ein Use-Case zeigt praxisnah die Auswirkungen der Rechtsformwahl auf einen fiktiven Gründer in Bezug auf Steuerbelastung, Sozialversicherungsabgaben, Liquidität, Rentabilität und organisatorische Wirkung. Die Analyse verdeutlicht signifikante Unterschiede zwischen den Rechtsformen. Einzelunternehmer:innen unterliegen der progressiven Einkommensteuer und der Pflichtversicherung nach dem GSVG. GmbH-Gründer:innen profitieren von der Trennung zwischen Gesellschaft und Gesellschafter:innen, zahlen aber Körperschaftsteuer sowie Kapitalertragsteuer auf Ausschüttungen. Sozialversicherungsrechtlich hängt die Beitragspflicht bei GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführern:innen vom Beteiligungsausmaß ab. Der Use-Case zeigt, dass eine GmbH insbesondere bei höheren Gewinnen und Kapitalbedarf steuerlich und organisatorisch vorteilhaft sein kann, während das Einzelunternehmen bei geringerem administrativen Aufwand und niedrigen Einnahmen besser geeignet ist. Die Arbeit liefert damit eine Entscheidungsgrundlage für Gründer:innen zur rechtsformoptimalen Gestaltung ihres Unternehmens.
| Datum der Bewilligung | 2025 |
|---|
| Originalsprache | Deutsch (Österreich) |
|---|
| Betreuer/-in | Sandra Schwarz-Marehard (Betreuer*in) |
|---|
- Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement
Erstgründung von Unternehmen und Rechtsformgestaltung – eine steuer- und sozialversicherungsrechtliche Betrachtung
Achleitner, S. (Autor). 2025
Studienabschlussarbeit: Bachelorarbeit