Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Wert von Software in der unternehmerischen Praxis häufig über operative Metriken wie Effizienz, Auslastung oder Kostenersparnis bestimmt wird. Strategische Potenziale, etwa im Hinblick auf Differenzierung, Kundenbindung oder Innovationsfähigkeit, werden hingegen nur selten systematisch erfasst oder in die Bewertung integriert. Darüber hinaus zeigen sich übergreifende strukturelle Herausforderungen in vielen Unternehmen, darunter eine Überfrachtung mit wenig aussagekräftigen oder irrelevanten KPIs, unzureichendes Prozessverständnis, mangelhafte Datenqualität sowie unklare Zuständigkeiten. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang auch die bislang unzureichende Ausgestaltung von Feedbackprozessen. Diese sind häufig weder formalisiert noch methodisch fundiert, was zu einer geringen Aussagekraft und begrenzten Nutzbarkeit der gewonnenen Rückmeldungen führt. Die Defizite in Struktur und Auswertung von Feedbackprozessen verdeutlichen ein systematisches Entwicklungsfeld mit hohem strategischem Potenzial. Zugleich zeigt sich, dass Feedbackprozesse eine bislang unterschätzte Rolle in der Wahrnehmung und Entwicklung des Softwarewerts spielen. Obwohl der Zusammenhang oft nur indirekt erkennbar ist, stellt qualitativ hochwertiges, kontinuierlich erhobenes Feedback eine zentrale Informationsquelle dar, um Nutzungsverhalten, Schmerzpunkte und Verbesserungspotenziale systematisch zu erfassen. Dabei umfasst Feedback nicht nur explizite Rückmeldungen von Nutzern, sondern ebenso implizite Signale aus Systemen – etwa durch Telemetrie-, Nutzungs- oder Performancedaten. Werden diese unterschiedlichen Quellen in strukturierte und technologisch unterstützte Feedbackprozesse integriert, entsteht ein wirkungsvoller Kreislauf: Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in gezielte Weiterentwicklungen der Software ein, welche wiederum die Nutzererfahrung verbessern und damit qualitativ hochwertigeres Feedback ermöglichen. Auf diese Weise schließt sich der Kreis zwischen Nutzung, Rückmeldung und kontinuierlicher Wertsteigerung, sowohl aus Sicht der Anwender als auch aus unternehmerischer Perspektive.
"Ein Rahmenwerk zur Wertverfolgung und Wertmaximierung von Softwareprodukten"
Ein Ansatz zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und Rentabilität über den gesamten Lebenszyklus
Kristl, D. G. (Autor). 2025
Studienabschlussarbeit: Masterarbeit