Das Thema Ladendiebstahl stellt für den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ein dauerhaftes und kostenintensives Problem dar. Trotz modernen Technik und der Vielzahl an Präventionsmaßnahmen sind Verluste durch Inventurdifferenzen weiterhin erheblich. Im Bereich der Diebstahlprävention werden die Unternehmen vor verschiedensten Herausforderungen gestellt. Täter*innen entwickeln ständig ihre Technik weiter und die Vielzahl an Warengruppen macht die Sicherung der Artikel schwerer. Es ist außerdem schwer zu ermitteln, wo genau bzw. wodurch Inventurdifferenzen entstehen. Ziel der Arbeit ist es, Ursachen und Muster von Diebstählen im Lebensmitteleinzelhandel zu identifizieren und die verschiedensten Präventionsmaßnahmen hinsichtlich ihres Nutzens zu bewerten. Nach einer theoretisch Einführung und der Definition zentraler Begriffe wurden die verschiedenen Präventionsmaßnahmen erklärt. Um die Informationen aus der Theorie mit der aktuellen Ist-Situation in Österreich vergleichen zu können, wurde eine qualitative Forschungsmethode angewandt. Mittels semistrukturierter Interviews wurden Daten von Expert*innen aus dem Lebensmitteleinzelhandel und dem Bereich Sicherheit gesammelt. Die erhobenen Daten wurden anschließend mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Um eine Handlungsempfehlung zu dem Einsatz der Präventionsmaßnahmen geben zu können, wurde anhand der Erkenntnisse aus der Literatur und der Interviews eine Nutzwertanalyse durchgeführt. Es wurden elf Präventionsmaßnahmen unter Berücksichtigung verschiedenster Kriterien bewertet. Berücksichtigt wurden beispielsweise die Wirksamkeit, Kosten und rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Analyse zeigt, dass Maßnahmen wie Personalschulungen, Detektive und der Einsatz von Spiegel als besonders wirkungsvoll bewertet werden. KI-basierte Systeme bieten zukunftsorientierte Möglichkeiten, werden aber bisher kaum eingesetzt, da sie viele Herausforderungen mit sich bringen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es keine Standardlösung zur Diebstahlprävention gibt. Eine Kombination aus technischen, organisatorischen und personellen Maßnahmen, die auf den Standort, die Warengruppe und die jeweilige Diebstahlsituation angepasst wird, ist für eine Reduzierung der Diebstahlquote entscheidend.
| Datum der Bewilligung | 2025 |
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| Originalsprache | Deutsch (Österreich) |
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| Betreuer/-in | Marike Kellermayr-Scheucher (Betreuer*in) |
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Diebstahlprävention im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel
Stritzinger, S. M. (Autor). 2025
Studienabschlussarbeit: Masterarbeit