In dem heutigen dynamischen und von Veränderungen geprägten Unternehmensumfeld ist das Controlling mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Controller*innen müssen gleichzeitig steigende Datenmengen verarbeiten, Entscheidungen treffen und die Rolle eines Management Partners einnehmen. Künstliche Intelligenz bietet dabei eine Möglichkeit, die Effizienz des Controllings zu steigern und die Verarbeitung großer Datenmengen zu optimieren. Im Zuge dieser Arbeit wurden durch eine umfassende Literaturrecherche die Potenziale von KI im Controlling untersucht, bevor in einem Experiment die praktische Anwendbarkeit überprüft wurde. Der Einsatz von KI kann vor allem im Bereich der Datenaufbereitung und -analyse erhebliche Vorteile mitbringen. Neue Technologien können riesige Datenmengen untersuchen, diese aufbereiten und Zusammenhänge erkennen, die für den Menschen verborgen sind. Dadurch kann die Qualität sowie der Umfang der einbezogenen Daten gesteigert werden. Diese verbesserte Datenbasis kann sich wiederum positiv auf andere Controlling-Prozesse wie Risikomanagement, Planung und Reporting auswirken. Obwohl durch KI zahlreiche Potenziale im Controlling entstehen, variiert der Einsatz in Unternehmen stark. Die Chancen werden zwar meist erkannt, aufgrund mangelnden Bewusstseins oder Scheu vor Risiken herrscht aber häufig Zurückhaltung. Herausforderungen entstehen dabei im Bereich der Datensicherheit, durch Widerstand in der Belegschaft oder aufgrund mangelhafter IT-Infrastruktur. Dem Gegenüber können durch KI erhebliche Effizienzsteigerungen erzielt werden, die eine Weiterentwicklung des Controllings zum Management Partner ermöglichen. Da die Literatur Künstlicher Intelligenz im Controlling sehr viel Potenzial zuspricht, wurde die tatsächliche Anwendbarkeit durch ein Experiment mit Microsoft Copilot überprüft. Aufgabe des Large Language Modell war es dabei, eine Kostenstellenanalyse durchzuführen und einen anschließenden Management Report zu erstellen. Dabei zeigte sich allerdings, dass die Qualität der Ergebnisse noch nicht ausreicht, um eine vollständig automatisierte Abweichungsanalyse durchzuführen, jedoch als Unterstützung dienen kann. Zudem wurde deutlich, dass die Resultate stark abhängig von den verwendeten Befehlen sind. Die Ergebnisse der Arbeit verdeutlichen, dass Künstliche Intelligenz als Instrument im Controlling eingesetzt werden kann und das Potenzial besitzt, den Automatisierungsgrad sowie die Qualität der Entscheidungsgrundlage zu verbessern. Gleichzeitig wird aber deutlich, dass der Einsatz (derzeit) nur als unterstützend anzusehen ist und die Tätigkeiten noch nicht autonom übernommen werden können. Um das volle Potenzial von KI im Controlling auszuschöpfen, muss zudem eine nachhaltige Integration erfolgen, die Aspekte wie Change-Management, KI-Governance und eine geeignete technologische Infrastruktur berücksichtigt.
| Datum der Bewilligung | 2025 |
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| Originalsprache | Deutsch (Österreich) |
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| Betreuer/-in | Christoph Eisl (Betreuer*in) |
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- Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement
Controlling im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz – Grundlagen, Potenziale und Erfolgsfaktoren
Niedrist, E. (Autor). 2025
Studienabschlussarbeit: Bachelorarbeit