Chancen und Herausforderungen bei der Implementierung von Paperless Production in der mechanischen Fertigung

  • Simon Hofer

    Studienabschlussarbeit: Bachelorarbeit

    Abstract

    Im Zeitalter der Digitalisierung stellt papierbasiertes Datenmanagement einen systemischen Engpass in industriellen Produktionsprozessen dar, da es sowohl den Informationsfluss verlangsamt als auch den aktuellen Fertigungsstatus nicht korrekt abbildet. Paperless Production bietet hierfür zentrale Lösungsansätze, um Produktionsunternehmen bei der Ablösung papierbasierter Abläufe zu unterstützen und auf digitale, vernetzte Alternativen im Kontext von Industrie 4.0 umzustellen. Die vorliegende Arbeit basiert auf einer ausführlichen Literaturrecherche sowie einer empirischen Analyse eines Use-Case aus der Praxis und verfolgt das Ziel, Chancen und Herausforderungen von Paperless Production aufzuzeigen sowie geeignete digitale Systeme und Tools für diese Transformation zu identifizieren. Auf Grundlage der organisatorischen und technologischen Einflussfaktoren von Paperless Production sollen Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Produktionsunternehmen steigern zu können. Im theoretischen Teil wird Paperless Production als Bestandteil der digitalen Transformation im Kontext von Industrie 4.0 eingeordnet. Dabei werden zentrale Vorteile, wie die Verfügbarkeit von Daten in Echtzeit, die Verbesserung der Prozess- und Produktqualität, eine erhöhte Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Produktionsdaten und eine Verbesserung der Nachhaltigkeit beleuchtet. Jedoch ist die Einführung von Paperless Production auch mit technologischen und organisatorischen Herausforderungen verbunden. Eine durchgängige technische Systemintegration mit hohem Automatisierungsgrad bei gleichzeitiger Sicherstellung der IT- und Datensicherheit sind technologische Voraussetzungen für die Realisierung von Paperless Production. Hohes Kommittent des Managements und eine hohe Nutzerakzeptanz durch benutzerfreundliche Applikationen sollen in der Organisation eine erfolgreiche Einbindung der Mitarbeitenden gewährleisten. Darüber hinaus können miteinander vernetzte ERP-, MES-, EDI-, WMS-Systeme sowie Human-Machine-Interfaces, Maschinen- und Produkttrackingtools und Qualitätskontrollsysteme als notwendige digitale Tools und Systeme für die vollständige Implementierung von Paperless Production identifiziert werden. Der empirische Teil der Arbeit widmet sich der praktischen Umsetzung des Projekts Paperless Production bei dem Automobilzulieferer ZF Steyr Präzisionstechnik GmbH. Im Rahmen dieses UseCases werden konkrete Maßnahmen zur Transformation auf Paperless Production analysiert, darunter die Implementierung digitaler Arbeitsanweisungen, der Einsatz von mobilen Endgeräten zur Informationsbereitstellung in der Fertigung und die Verarbeitung und Analyse der neu generierten Produktionsdaten. Somit konnte auch im empirischen Teil, in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen der Literaturrecherche, eine gesteigerte Prozesstransparenz und -effizienz und eine Kostenreduktion als zentrale Nutzenaspekte festgestellt werden. Eine Gap-Analyse zwischen Theorie und Praxis resultiert in weiteren Handlungsempfehlungen für die Fortführung des Paperless Production Projektes bei ZF Steyr. Ein durchgängiges Objekttracking, automatische Qualitätskontrollsysteme und ein vollständig digitalisiertes Lagersystem bilden zentrale zukünftige Maßnahmen zur Realisierung einer wettbewerbsfähigen, papierlosen Fabrik.
    Datum der Bewilligung2025
    OriginalspracheDeutsch (Österreich)
    Betreuer/-inKlaus Altendorfer (Betreuer*in)

    Studiengang

    • Smart Production und Management

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