Abstract
Der durch menschliche Aktivitäten verursachte Klimawandel hat Auswirkungen auf das Leben von Millionen von Menschen und stellt die Soziale Arbeit vor neue Herausforderungen. Ziel der Forschung war es, einen umfassenden Überblick über die Themengebiete Klimamigration und Klimaflucht zu erlangen, weil sie von unmittelbarer Relevanz für die Soziale Arbeit sind.
Aufbauend auf einer umfassenden Analyse der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur wurden vier Teilstudien durchgeführt. In Studie 1 wurden drei Expert*innen mit Hilfe eines teilstandardisierten Interviewleitfadens befragt, um die Standpunkte zu den Themen Klimamigration und Klimaflucht von IOM, Global2000 und der Caritas OÖ zu ermitteln. An Studie 2 nahmen 133 Migrant*innen der ersten Generation an einer Online-Studie teil, um herauszufinden, welchen Stellenwert der Klimawandel für ihre eigene Migrationsentscheidung hatte. In Studie 3 wurden narrative Interviews mit fünf Menschen mit anerkannten Status als Geflüchtete durchgeführt, um zu erforschen, inwieweit klimabedingte Veränderungen im Heimatland Auslöser für die Flucht dieser Menschen waren. An Studie 4 nahmen 121 Studierende der Sozialen Arbeit in ganz Österreich teil, um zu ermitteln, inwieweit die Themengebiete Klimamigration und Klimaflucht bereits in den angebotenen Lehrveranstaltungen verankert sind.
Die drei Expert*innen weisen darauf hin, dass der Begriff „Klimaflucht“ aus rechtlicher Sicht problematisch ist, weil klimabedingte Veränderungen kein offizieller Fluchtgrund im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention darstellen. Von den befragten Migrant*innen der ersten Generation nennen 11% „Klima“ als Migrationsmotiv. Für die interviewten Geflüchteten stellten politische Gegebenheiten den Hauptgrund und Wetterbedingungen und prekäre Wasserversorgung indirekte Gründe für ihre Flucht dar. Die Studierenden nehmen das Thema Klimamigration und Klimaflucht als sehr relevantes Thema für die Praxis der Sozialen Arbeit wahr, berichten aber gleichzeitig, dass der Klimawandel nur in Ausnahmefällen in Lehrveranstaltungen behandelt wird.
Um dem Selbstverständnis der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession gerecht zu werden, ist es vorteilhaft das Bewusstsein zu stärken, dass Klimaschutz auch Menschenschutz ist. Die Ausbildung an den Fachhochschulen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz ist ausbaufähig und Lobbyarbeit ist notwendig, damit auch klimabedingte Migrations- und Fluchtgründe rechtlich verankert werden.
Aufbauend auf einer umfassenden Analyse der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur wurden vier Teilstudien durchgeführt. In Studie 1 wurden drei Expert*innen mit Hilfe eines teilstandardisierten Interviewleitfadens befragt, um die Standpunkte zu den Themen Klimamigration und Klimaflucht von IOM, Global2000 und der Caritas OÖ zu ermitteln. An Studie 2 nahmen 133 Migrant*innen der ersten Generation an einer Online-Studie teil, um herauszufinden, welchen Stellenwert der Klimawandel für ihre eigene Migrationsentscheidung hatte. In Studie 3 wurden narrative Interviews mit fünf Menschen mit anerkannten Status als Geflüchtete durchgeführt, um zu erforschen, inwieweit klimabedingte Veränderungen im Heimatland Auslöser für die Flucht dieser Menschen waren. An Studie 4 nahmen 121 Studierende der Sozialen Arbeit in ganz Österreich teil, um zu ermitteln, inwieweit die Themengebiete Klimamigration und Klimaflucht bereits in den angebotenen Lehrveranstaltungen verankert sind.
Die drei Expert*innen weisen darauf hin, dass der Begriff „Klimaflucht“ aus rechtlicher Sicht problematisch ist, weil klimabedingte Veränderungen kein offizieller Fluchtgrund im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention darstellen. Von den befragten Migrant*innen der ersten Generation nennen 11% „Klima“ als Migrationsmotiv. Für die interviewten Geflüchteten stellten politische Gegebenheiten den Hauptgrund und Wetterbedingungen und prekäre Wasserversorgung indirekte Gründe für ihre Flucht dar. Die Studierenden nehmen das Thema Klimamigration und Klimaflucht als sehr relevantes Thema für die Praxis der Sozialen Arbeit wahr, berichten aber gleichzeitig, dass der Klimawandel nur in Ausnahmefällen in Lehrveranstaltungen behandelt wird.
Um dem Selbstverständnis der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession gerecht zu werden, ist es vorteilhaft das Bewusstsein zu stärken, dass Klimaschutz auch Menschenschutz ist. Die Ausbildung an den Fachhochschulen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz ist ausbaufähig und Lobbyarbeit ist notwendig, damit auch klimabedingte Migrations- und Fluchtgründe rechtlich verankert werden.
| Originalsprache | Deutsch (Österreich) |
|---|---|
| Herausgeber (Verlag) | Fachhochschule Oberösterreich |
| Seitenumfang | 106 |
| Erscheinungsort | Linz |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 2025 |
Publikationsreihe
| Name | Forschungsprojekte Master Soziale Arbeit |
|---|---|
| Band | 2023 |
UN SDGs
Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung
-
SDG 13 – Klimaschutzmaßnahmen
-
SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
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