Digitale Währungssysteme: Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten

Harald Dobernig, Carl Heinz Daube

    Publikation: Beitrag in FachzeitschriftArtikel

    Abstract

    Digitale Währungssysteme wie Bitcoin wollen Schwächen klassischer Währungssysteme überwinden. Ziel ist die Etablierung eines globalen Bezahlsystems, das unabhängig von zentralen Instanzen durch die Nutzer allein organisiert wird. Bei der Durchführung der Transaktionen werden vor allem Anonymität und geringe Transaktionskosten erwartet.

    Das Bitcoin-Konzept sieht einen komplexen Algorithmus vor, der die Geldmenge begrenzt und damit vor allem inflationäre Entwicklungen verhindern soll. Die Bewertung dieses Konzepts ist unterschiedlich. Einige Autoren sehen darin die Chance, das Geldsystem technologisch zu revolutionieren, andere das gewagteste Open-Source-Softwareprojekt der Gegenwart.

    Es wird gezeigt, dass das Bitcoin-Konzept nur teilweise die wichtigsten Anforderungen die an ein Geldsystem gestellt werden, wie Akzeptanz, Inflationsschutz, Sicherheit und Stabilität erfüllt. Digitale Währungssysteme sind daher nur bedingt in der Lage, die vermeintlichen Schwächen klassischer Währungssysteme zu beheben. Ursächlich sind vor allem die mangelnde Wertsicherungsfunktion und die Volatilität der Währung. Auch eine vollkommene Anonymität ist selbst in einem dezentralen IT-System nicht zur Gänze herstellbar. Dennoch haben digitale Währungssysteme das Potenzial zur Weiterentwicklung.
    OriginalspracheDeutsch
    Seiten (von - bis)1-23
    Seitenumfang23
    FachzeitschriftZBW - Leibniz Information Centre for Economics, Kiel, Hamburg
    Jahrgang2019
    Frühes Online-DatumFeb 2019
    PublikationsstatusVeröffentlicht - Feb 2019

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