Klinische und radiologische Ergebnisse nach Naht des vorderen Kreuzbandes mittels Internal-Brace- und All-inside-Kreuzbandersatzplastik nach 12–18 Monaten nach Operation

Georg Mattiassich, Reinhold Ortmaier, Harald Kindermann, Jürgen Barthofer, Imre Vasvary, Stefan Tino Kulnik, Klaus Katzensteiner, Iris Leister

Publikation: Beitrag in FachzeitschriftArtikelBegutachtung

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Abstract

Hintergrund Die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (VKB) nach Ruptur wurde in den letzten Jahrzehnten als der Goldstandard der operativen Versorgung angesehen. Anatomische Studien haben gezeigt, dass das VKB prinzipiell ein Potenzial zur Heilung hat, und durch neuere Implantate, Operationstechniken und Fixationsmethoden haben kreuzbanderhaltende Techniken in den letzten Jahren wieder einen Aufschwung erlebt. Ziel der Studie war es, klinische, funktionelle und radiologische Ergebnisse nach Kreuzbandruptur 12–18 Monate nach kreuzbanderhaltender Versorgung mittels Internal-Brace-Technik bzw. nach Rekonstruktion mittels All-inside-Technik unter Verwendung eines Hamstring-Transplantats zu erheben.

Methodik Es wurden 50 Patient*innen (23 männlich, 27 weiblich) im Alter von 34,73 (10,8) mean (SD) Jahren 12–18 Monate nach chirurgischer Versorgung untersucht. Davon wurden 27 Patient*innen mittels Internal Brace kreuzbanderhaltend versorgt, 23 erhielten eine Kreuzbandrekonstruktion unter Verwendung eines autologen Hamstring-Transplantats. Folgende klinische Untersuchungen wurden standardisiert durchgeführt: Erfassung der Kniebeweglichkeit, Varus- und Valgusstress, Pivot-shift-Test. Die Translation der Tibia nach anterior wurde mittels KT-1000 gemessen. In beiden Gruppen wurden klinische subjektive Scores erhoben (IKDC, WOMAC, SF-36, KOOS, Lysholm). Eine Magnetresonanzuntersuchung wurde bei allen eingeschlossenen Patient*innen mittels 1,5-Tesla-Gerät in axialer, koronarer und parasagittaler Schichtung durchgeführt.

Ergebnisse Das Zeitintervall von der Verletzung bis zur Versorgung reichte von einem Tag bis 2 Monate (16,04 (15,1) mean (SD) Tage; Median = 13,55 Tage). Die Ergebnisse der Nachuntersuchung 12–18 Monate nach erfolgter Operation zeigten keine signifikanten Unterschiede in den subjektiven Knie-Scores, den klinischen Untersuchungen sowie der radiologischen Untersuchung zwischen den beiden Gruppen. Die Gruppe, die mittels Internal-Brace-Kreuzbanderhalt versorgt wurde, zeigte eine signifikant höhere Tibiatranslation nach anterior (p = 0,009) im Vergleich zur Gruppe, die eine Kreuzbandrekonstruktion erhielt.

Schlussfolgerung Der Erhalt des eigenen Kreuzbandes mittels Internal-Brace-Technik kann 12–18 Monate nach Versorgung gute klinische und radiologische Ergebnisse aufweisen. Die subjektive Zufriedenheit der Patient*innen unterscheidet sich nicht von denen, welche mittels Kreuzbandersatzplastik versorgt wurden. Die Internal-Brace-Technik kann unter der Voraussetzung einer raschen Versorgung und guter Gewebequalität des Kreuzbandstumpfes eine Versorgungsoption darstellen mit dem Vorteil, dass eine Sehnenentnahmemorbidität verhindert werden kann und im Falle einer Re-Ruptur oder im Revisionsfall die Möglichkeit besteht, die ipsilaterale Semitendinosussehne zu verwenden. Evidenzlevel: Level III.
Titel in ÜbersetzungKlinische und radiologische Ergebnisse nach Naht des vorderen Kreuzbandes mittels Internal-Brace- und All-inside-Kreuzbandersatzplastik nach 12–18 Monaten nach Operation
OriginalspracheEnglisch
Seiten (von - bis)103-114
Seitenumfang12
FachzeitschriftSportverletzung-Sportschaden
Jahrgang35
Ausgabenummer2
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 1 Jun 2021

Schlagwörter

  • anterior cruciate ligament
  • knee injuries
  • return-to-sport

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