Dreidimensionale Charakterisierung des kortikalen Knochens im Charcot-Fuß mittels Mikro-Computertomographie

  • Senck, S. (Redner*in)
  • Stefan G. Hofstaetter (Redner*in)
  • Kastner, J. (Redner*in)
  • Christian Gusenbauer (Redner*in)
  • Klemens Trieb (Redner*in)

Aktivität: Gespräch oder VortragVortrag

Beschreibung

Problemstellung: Während der diabetischen neuropathischen Osteoarthropathie (DNOAP) führen im Krankheitsverlauf pathologische Frakturen zu einer chronischen Destruktion der Knochenstruktur. Generell sind strukturelle Veränderungen auf neurologische Störungen und unterschiedliche Grade einer Durchblutungsstörung zurückzuführen, die im Laufe der Pathogenese zu Frakturen im kortikalen Knochen führen. Zur Charakterisierung dieser Schädigungen wurden in dieser Studie Knochenproben von Charcot-Patienten ex-vivo mittels hochauflösender Mikro-Computertomographie (Mikro-CT) und Talbot-Lau Gitterinterferometer-CT analysiert. Patienten und Methoden: Von März 2014 bis März 2015 wurde bei insgesamt zehn diagnostizierten DNOAP-Patienten (Eichenholtz-Stadium III, Stadium nach Sanders II – III) eine Arthrodese des Tarsometatarsal-I-Gelenks, eine Naviculo-Cuneiforme- bzw. Talonavicular-Arthrodese durchgeführt. Bei der Osteosynthese der Mittelfuß- und Fußwurzelknochen wurde das entnommen Knochenmaterial mittels Mikro-CT und Talbot-Lau Gitterinterferometer-CT an der FH Wels gescannt. Die Voxelgröße für die einzelnen Fragmente betrug, in Abhängigkeit vom Probendurchmesser, 4,5 bis 21,5 Mikrometer. Mittels VGStudio Max 2.2 (Volume Graphics) wurde die kortikale Wanddicke und Porosität in den Volumendaten der jeweiligen Probe bestimmt. Ergebnisse: Alle untersuchten Knochenfragmente zeigten regional eine unterschiedlich stark ausgeprägte Porosität. Alle Proben aus Gelenkbereichen wiesen dabei eine intakte Gelenkknorpelschicht auf. Unsere Daten deuten darauf hin, dass Bereiche mit niedriger Kortikalisdicke von größeren Poren durchzogen sind. Dies lässt vermuten, dass in diesen lokalen Bereichen niedriger Kortikalisdicke eine erhöhte Knochenresorption stattgefunden hat. Schlussfolgerung: Obwohl der Großteil der untersuchten Proben kleine Risse aufwies, vornehmlich entlang von Poren, ist nicht abschließend zu klären, ob diese Mikrofrakturen physiologischer Natur sind, oder ob sie während der Präparation der Teilfragmente entstanden sind. Die hohe Porosität stellt in diesem Zusammenhang möglicherweise die Voraussetzung für pathologische Frakturen dar, deren Folge die ausgeprägte Destruktion der Fußarchitektur ist.
Zeitraum29 Okt 2015
Ereignistitel32. Jahrestagung Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
VeranstaltungstypKonferenz
OrtWien, Österreich